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Die Paulusbriefe - eine frühe Facebookseite?

von Gisela Egler-Köksal

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„Computer an und rein in meine Facebookseite: Wer hat geantwortet auf meine Frage, wer sich geäußert zu meinen Gedanken? Welche Ge­­spräche haben sich aus dem Geschriebenen entwickelt, welche Rückmeldungen sind gekommen? Was lese ich von anderen? Auf welche Artikel machen sie mich aufmerksam? Was reizt mich zu kommentieren? Neue Gedanken, Impulse. Wunderschönes und Ärgerliches. Von Menschen, die ich persönlich zum Teil gar nicht ­kenne." So höre ich es von einer Freundin.

Das Internet wird verbunden mit Kommunikation über alle Grenzen hinweg. Kommunikationsvermittlung ist nicht mehr von den öffentlichen Medien wie Fernsehen und Zeitungen abhängig. Beziehungen werden auch schriftlich, mit Bildern oder Filmen aufgebaut.

Facebook ist dabei eine weit verbreitete Ausformung sozialer Netzwerke. Eine Facebookseite hat immer eine Besitzerin oder einen Besitzer und mindestens eine Administratorin beziehungsweise einen Administrator. AdministratorInnen haben dieselben Zugriffsrechte auf die Seite wie die BesitzerInnen.

Netzwerke bilden sich parallel dazu über Facebook und andere soziale Medien. Auch große soziale Bewegungen bilden sich mithilfe von sozialen Netzwerken unabhängig von öffentlichen Medien – zum Beispiel die GeziPark Bewegung in der Türkei, der „Arabische Frühling", Blockupy, die Bewegungen rund um Pegida und Anti-Pegida.


Paulus – Teil eines sozialen Netzwerkes

Paulus war Teil einer Bewegung, die sich über tausende Kilometer hinweg intensiv austauschen konnte. Nicht das social net, sondern Briefe waren für die ersten Christinnen und Christen die Möglichkeit, das Evangelium zu verkündigen, und dies auch über große Distanzen hinweg. Menschen, die einander nicht kannten, traten in Kontakt. Inmitten der Macht- und Herrschaftsstruktur des römischen Reiches tauschten sie sich über das Evangelium aus und überlegten, wie sie es leben könnten. Sie schufen Möglichkeiten des Austausches und der Auseinandersetzung, die über den direkten persönlichen Kontakt hinausgingen.

Die Beförderung der Briefe lief über BotInnen und Glaubensgeschwister. Diese konnten die Briefe dann auch mündlich weiter erläutern. So schreibt Paulus an Phoebe, Diakonin und Vorsteherin der Gemeinde in Kenchreä, der Hafenstadt vor Korinth, eine Empfehlung für die Gemeinde in Rom. Sie hat den Römerbrief dann in der römischen Gemeinde vorgelesen und erklärt.1 Die ChristInnen berichteten einander auch über Schwierigkeiten in den jeweiligen Gemeinden. So informierte Chloe die ChristInnen in Ephesus über die Lage in Korinth. Paulus bezieht sich darauf im 1. Korintherbrief. Die Gemeinde war ein geschützter Raum – die Briefe wie eine nicht öffentliche Facebookseite, zu der nur Eingeladene Zutritt hatten. Das
war gerade in Verfolgungssituationen ein wich­tiger, wenn auch verletzlicher Raum. Briefe können abgefangen, Facebookseiten gehackt, Gruppen und Gemeinden durch V-Leute unterwandert werden.


Paulusbriefe – eine nichtöffentliche Facebookseite

Manchmal stelle ich mir die Paulusbriefe wie eine nichtöffentliche Facebook-Seite vor: Texte werden geschrieben, kommentiert, vom Autor oder der Autorin wird darauf Bezug genommen, und so werden Gedanken weiterentwickelt. Es wird ermutigt, gestritten, sich sicherlich auch manches Mal im Ton vergriffen.

Auch die Paulusbriefe sind in Beziehungen entstanden. Sie sind keine abstrakten philosophischen Abhandlungen, die ohne diese konkreten Beziehungen wirklich verstanden werden könnten. Ziel der Gemeinschaft, in der Paulus stand, war, dass sie „ein Leben nach der Tora im Glauben an den Messias Jesus führen"2 wollte. Es war kein Chef- und Mitarbeitenden-Verhältnis. Paulus, der Wanderarbeiter, blieb für kurze Zeit an einem Ort, wenn er Arbeit gefunden hatte (vgl. Apg 18,3). Dort wurden dann jeweils die Briefe an die anderen Gemeinden geschrieben. Themen der Briefe sind die Erfahrungen, die die Christinnen und Christen in der Gemeinschaft teilen, in der gemeinsamen Arbeit, dem Leben und der Gottesdienstfeier. Es sind Texte, die den Alltag reflektieren und Ermutigung und Kraft geben wollen.

Noch heute ist in den Paulusbriefen eine gewisse Dialoghaftigkeit zu spüren. Sie beziehen sich auf konkrete Situationen, gehen auf Fragen ein, richten sich an Empfängerinnen und Empfänger. Und dies, obwohl heute die Briefe im Neuen Testament (grob) der Länge nach an­geordnet sind, und zwar in absteigender Reihenfolge. „Zwischen der Abfassung von Einzelbriefen und der Zusammenstellung des neutestamentlichen Kanons in der uns vorliegenden Form liegen Briefsammlungen, über deren Umfang, Redaktion und Veröffentlichung uns allerdings kaum etwas bekannt ist."3 In „Facebooksprache" hieße dies, dass AdministratorInnen die Texte weiterbearbeitet haben. Uns liegt – wie bei einer Internetseite – nur die letzte Version vor, die alten sind gelöscht.

Wenn wir heute die Paulusbriefe lesen, lesen wir die Ergebnisse der Auseinandersetzung. Spannend wäre es, sich zum Beispiel bei Bibelarbeiten in der Frauengruppe die möglichen Kommentare, wie auf einer Facebookseite, dazu zu denken – in diesem Sinne ist auch der Vorschlag für die Gruppe gedacht.


Überlieferung und Umgang mit den Paulusbriefen

Der große Unterschied zur „Facebook-Kultur" ist, dass Paulus in einer Kultur der Mündlichkeit lebte und lehrte. ­Seine Schreibfähigkeiten waren wahrscheinlich eher unbeholfen.4 Paulus selbst schrieb nur den Gruß am Schluss des Briefes (1 Kor 16,21).

„Längere Briefe wurden diktiert (Röm 16,22) und zum Teil eigenhändig bestätigt (1 Kor 16,21; Gal 6,11; vgl. Kol 4,18; 2 Thess 3,17), kürzere vermutlich eigenhändig geschrieben (Phlm 19; 2 Joh 12; 3 Joh 13). Umstritten ist, inwiefern wir bei einigen neutestamentlichen Briefen mit Sekretären rechnen dürfen, die die Botschaft des Verfassers recht eigenständig formulierten und niederschrieben. Diese Frage ist von Bedeutung, wenn es darum geht zu beurteilen, ob ein bestimmter Brief tatsächlich von dem explizit genannten Absender verfasst wurde."5

Die Briefe lebten vom mündlichen Austausch und den Erklärungen zu dem Geschriebenen. Die wurden sozusagen mündlich im konkreten Austausch weiterentwickelt. Auch die Briefe wurden weitergeschrieben. Einzelne alte Teile wurden in neue Briefe integriert und auch nach Paulus Tod ihm zugeordnet.6 Diese Briefe, besonders die sogenannten Pastoralbriefe 1. und 2. Timotheus und Titus, wurden etwa 100 Jahre nach Paulus verfasst. Bis ins letzte Jahrhundert wurden sie wie eine Brille benutzt, mit der die echten Paulusbriefe gelesen wurden, mit teils fatalen Folgen. Denn sie dienten häufig zur Unterstützung und Bekräftigung herrschender Dis­kurse. In der Auslegungsgeschichte, schon in den späteren Briefen selbst, wurden Gedanken aufgegriffen, geändert und aus dem Zusammenhang gegriffen. Mit Pauluszitaten, die aus dem Kontext herausgenommen waren, wurde die Sklaverei gerechtfertigt, wurden Frauen unterdrückt und Homosexuelle aus den Kirchen ausgeschlossen. Der sozio-ökonomische, kulturelle und religiöse Zusammenhang des ersten Jahrhunderts wurde bei diesen Auslegungen meistens außer Acht gelassen. Hinzu kommt, dass die heutigen Verstehensweisen nicht unbedingt der Art und Weise entsprechen, wie Menschen zur Zeit des Paulus die Welt gedeutet haben.


Gegen den Strich lesen

Texte können wir gegen den Strich lesen, Bilder, Filme können wir gegen den Strich betrachten, sogar Lieder können wir gegen den Strich hören. Gegen den Strich lesen – das öffnet (für) neue Fragen: Geben die Texte die Wirklichkeit zutreffend wieder? Welche Einsichten vermitteln sie? Welche Wirkung hat der Text auf mich? Gegen den Strich lesen hilft, den Text und die Wirkung, die er auf unterschiedliche Menschen haben könnte, in den Blick zu bekommen.

Die biblische Exegese zeigt, wie schwierig ein differenziertes Verständnis der Texte ist und jede Generation neu vor die Aufgabe stellt, die Texte neu zu begreifen. Luzia Sutter Rehmann hat einige Themen der deutschsprachigen feministischen Paulusexegese in Fragen so benannt: „Können wir uns einen Paulus vorstellen, der noch nicht im Gegensatz von Juden und Christen denkt, sondern von Juden und Heiden? Einen Paulus, der auf der jüdischen Verliererseite gegen die repressiven Strukturen des römischen Imperiums kämpft? Einen Paulus, der in intensiver Auseinandersetzung mit jüdischen Gemeinden, Frauen und Männern stand, sich bewegte und bewegen ließ? Eine Neulektüre des historischen Paulus zeichnet sich da ab, wo Oppositionen und Hierarchien, die ,Paulus' konfiguriert haben, aufgebrochen und transformiert wer­den."7

„Paulus argumentierte vorsichtig, provozierend, verletzlich, bedrängt, aber er ist nie isoliert von den ihn umgegebenden Menschen wahrzunehmen. Paulus lässt unterschiedliche Meinungen durchschimmern, er zeigt sich in Konflikte verwoben. Er lässt erkennen, dass seine Autorität nicht unangefochten ist. Paulus ist nicht ohne diese Konflikte, Selbst­widersprüche, Brüche wahrzunehmen – er zeigt sich nur inmitten von sich ­bewegenden Frauen und Männern, die ihn überschatten, provozieren, lehren, begeistern."8

Gegen den Strich lesen, das ist eine Fähigkeit, die wir miteinander üben können. Wir üben sie, indem wir etwa fragen: Wie gehen wir überhaupt mit Sprache um? Bei Paulus und heute? Was lesen wir und was überlesen wir? So wurde in den Medien jahrelang von den „Dönermorden" gesprochen, ohne dass dieser Begriff in den Zeitungen und im Fernsehen in Deutschland wirklich kritisch reflektiert worden wäre. Die sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres" erklärte „Dönermorde" 2011 zum Unwort des Jahres: „Im Jahre 2011 ist der rassistische Tenor des Ausdrucks in vollem Umfang deutlich geworden: Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbiss­gericht reduziert werden."9

Texte und Begriffe gegen den Strich lesen hilft, sich selbst aktiv in Auseinandersetzungsprozesse zu geben. Sich die Chance zu erlauben, gegen den Strich zu lesen, ermöglicht auch, unklares Unbehagen gegenüber Begriffen und Aussagen ernst zu nehmen. Es ermöglicht, sich zu trauen, dieses Unbehagen mit anderen zu teilen und miteinander zu überlegen, woher es kommt, und welche zweite Botschaft in dem Text oder dem Begriff enthalten sein könnte, die auf den ersten Blick nicht in Worte gefasst werden konnte – bei Paulusbriefen ebenso wie bei heutigen Begriffen und Texten. Der Ausdruck „Dönermorde" ist nur einer von vielen. Für solche Gespräche sind die Frauengruppe und die Gemeinde ein guter Ort.


Für die Arbeit in der Gruppe

Ziel:
Lust wecken, die Paulusbriefe als Teil eines Kommunikationsprozesses zu sehen – und so vielleicht einen neuen Blick auf sie zu gewinnen

Material:
- Plakate, Stifte, Bibel pro Gruppe
- evtl. Kopien der Abschnitte: „Paulus – Teil eines sozialen Netzwerks", „Paulusbriefe
  - eine nichtöffentliche Facebookseite" und „Gegen den Strich lesen"
Kopiervorlagen für AbonnentInnen unter www.ahzw-online.de zum Herunterladen vorbereitet

Hinführung:
Vielleicht erscheint Ihnen der Gedanke zunächst einmal absurd – aber in gewisser Weise sind die Paulusbriefe durchaus so etwas wie eine Frühform einer Facebookseite: ungefähr 2000 Jahre, bevor es das Wort „Internet" gab. Facebook ist eine weit verbreitete Variante von sozialen Netzwerken im Internet, wo Menschen sich treffen und miteinander ins Gespräch kommen. Lassen Sie uns einmal genauer hinschauen …

Die genannten drei Kapitel des Beitrags werden vorgelesen oder, besser, in Kopie verteilt und gemeinsam gelesen. Dabei können evtl. Verständnisfragen gemeinsam geklärt werden.

Lied:
Gott gab uns Atem (EG 432) oder:
1. Seid einander Segen, schwimmt dem Strom entgegen, nehmt nichts einfach hin.
Segnet, die noch träumen von den Zwischenräumen. Gebt der Zukunft Sinn.
Gebt dem Leben Gottes Wort. Gebt euch hin mit allen Sinnen. So kann Gott beginnen.
2. Seid einander Leben, lasst euch Hoffnung geben, teilt sie mit der Welt.
Teilt aus vollen Händen, Unrecht wird sich wenden, wo euch Gott erhält.
Gebt dem Leben Gottes Wort. Gebt euch hin mit allen Sinnen. So kann Gott beginnen.
3. Seid einander Singen, bringt die Welt zum Klingen, seid einander gut.
Singt von Gottes Güte, dass sie euch behüte. Macht auch andern Mut.
Gebt dem Leben Gottes Wort. Gebt euch hin mit allen Sinnen. So kann Gott beginnen.
© Text: Sybille Fritsch
Melodie: Jesu meine Freude (EG 396)

Impuls:
Stellen Sie sich jetzt einmal vor, Sie sind Paulus oder Sie sind Kommentatorinnen des Paulus – und Sie schreiben auf einer „nichtöffentlichen Facebookseite".

Wie funktioniert das? Sie loggen sich ein und beschreiben ihr Profil und klicken an, dass Ihre Texte nur „Freunde" sehen dürfen, dann können Sie auch schon loslegen. Wenn Sie Kommentatorin sind, muss „Paulus" ihre „Freundschaftsanfrage" bestätigt haben, denn die „Paulusseite" war ja keine öffentliche Gruppe. Wir gehen jetzt davon aus, dass alle im Raum Zugang zur „Paulusseite" haben.

Bitte teilen Sie sich in (mindestens) zwei Gruppen auf. Jede Gruppe sollte mindestens 4 Personen haben, so dass ein intensives Gespräch entstehen kann. Je nach Teilnehmerinnenzahl gibt es entsprechend viele „Paulus-" und „Kommentatorinnengruppen".

Sie können sich während Ihres folgenden Schreibgesprächs bei Bedarf in Ihren jeweiligen Gruppen zur Rücksprache zurückziehen, um zu klären, was Sie jeweils schreiben wollen.

Die Paulusseite auf Facebook
Aufgabe für die Paulusgruppe:
Überlegen Sie sich ein Thema in den Paulusbriefen, das Sie entweder besonders anspricht, weil es wichtig ist für Ihren Glauben, oder auch eines, das Sie aufregt und ärgert. Schreiben Sie es in zwei bis drei Sätzen auf ein Plakat – entweder mit eigenen Worten „im Paulus­stil", oder Sie wählen ein bis zwei Verse aus einem der Paulusbriefe aus. – Dies ist Ihr Facebook-Eintrag.
Während die Kommentatorinnengruppe jetzt arbeitet, tauschen Sie sich darüber aus: Wie stehen Sie selbst eigentlich zu Paulus? Und wie fühlt sich das an, als Paulus zu schreiben?

Kommentatorinnengruppe:
Während Sie auf den Facebook-Eintrag von „Paulus" warten, überlegen Sie in der Gruppe: Wie stehen Sie zu Paulus? Was freut, was ärgert Sie an ihm? Können Sie sich schon denken, was der Ihnen heute wieder schreiben wird? Und gibt es vielleicht etwas, das Sie ihm immer schon mal gerne geantwortet hätten?

Sobald die Paulusgruppe ihren Eintrag in Facebook gestellt hat, beugen Sie sich gemeinsam über den Eintrag, und dann kommentieren Sie. – Sie „liken" (schreiben „Gefällt mir" oder drücken das in einem Symbol aus) oder „dis­liken" (Gefällt mir nicht), Sie schreiben Kommentare an den Text – zustimmende, nachfragende, bissige …

Paulusgruppe:
Jetzt nimmt die Paulusgruppe wiederum Stellung zu den Kommentaren. – Die Kommentatorinnengruppe hört und schaut aus dem Hintergrund zu, mischt sich aber nicht ein.
Die Paulusgruppe kann als Verwalterin der „Facebookseite" natürlich auch einzelne Kommentare löschen. Wenn Sie dies tun wollen, müssen Sie dafür Kriterien entwickeln und diese in der Gruppe klären. Zum Beispiel: Welche Art von Kommentaren „geht" – welche dürfen/sollen (warum!?) gelöscht werden?

Kommentatorinnengruppe:
Natürlich können Sie auch diese Stellungnahme des Paulus wieder kommentieren …
Das Schreibgespräch dauert, bis die Ideen ausgehen.

Austausch in der Gesamtgruppe:
Wenn wir die Paulusbriefe als Teil einer „nichtöffentlichen Facebookseite" sehen, bei der die Kommentare allerdings nicht überliefert wurden: Was macht das mit unserem bisherigen Bild über die Briefe und über diesen Teil der Bibel? Was verändert sich in unserer Wahrnehmung?

Segen:
Geh im Segen!
Entdecke die Gabe der Rede, die zum Frieden hilft.
Erhebe das Wort, das Beistand gibt.
Sei leidenschaftlich im Suchen und
freudig im Entdecken.
Verbinde dich mit denen, die auch auf dem Weg sind.
Geh im Segen!10


Gisela Egler-Köksal, geb. 1960, ist Pfarrerin im Ökumenischen Zentrum Christuskirche, Frankfurt am Main. Dieser Beitrag ist die letzte Version eines Kommunikationsprozesses, der im Redaktionsbeirat im Juni 2014 begonnen hat und bei dem zahlreiche Gespräche mit und Kommentare von Sevda Niederauer und Mechthild Carneiro mitzudenken sind. Von Antje Schrupp kommt der Begriff der nichtöffentlichen Facebookseite, von Luise Metzler mancher hilfreiche Tipp und von Margot Papenheim die wundervolle redaktionelle Begleitung (die Administratorin!). Allen sei herzlich gedankt.


Literaturhinweis
Claudia Janssen: Hier sind die Menschen nicht unterschieden, Bibelarbeit zu Galater 3,28, in: ahzw 2/2005
Hanna Roose: Brief / Briefformular (NT), 8. Vom Einzelbrief zum Kanon , 2009 www.bibelwissenschaft.de/stichwort/50017/
Luzia Sutter Rehmann: Die paulinischen Briefe in der feministischen Exegese – ein Überblick, lectio difficilior 1/2001, www.lectio.unibe.ch/01_1/pa.htm
Luise Schottroff: Der erst Brief an die Gemeinde in Korinth, Stuttgart 2013


Anmerkungen
1) Vgl. Carsten Jochum Bortfeld, Katja Jochum: Lasset eure Weiber schweigen. Zu den Geschlechterverhältnissen in neutestamentlichen Briefen, in: ahzw 1/2014, S. 15ff
2) Claudia Janssen: Hier sind die Menschen nicht unterschieden. Bibelarbeit zu Galater 3,28, in: ahzw 2/2005, S. 18
3) Hanna Roose: Brief / Briefformular (NT), 8. Vom Einzelbrief zum Kanon, 2009 www.bibelwissenschaft.de/stichwort/50017/
4)
Luise Schottroff: Der erste Brief an die Gemeinde in Korinth, Stuttgart 2013, S. 349
5) Hanna Roose: Brief / Briefformular (NT), 2.2. Schreibvorgang, 2009 www.bibelwissenschaft.de/stichwort/ 50017/
6) „Briefe, die einen falschen Verfasser angeben, nennt man pseudepigraph(isch)e Briefe. In diesen Briefen treten also der reale Verfasser und der im Text genannte Verfasser auseinander. … Der 2 Thess gibt z.B. an, von Paulus zu dessen Lebzeiten geschrieben und an die Gemeinde in Thessalonich gerichtet zu sein. Tatsächlich wurde der Brief aber vielleicht deutlich nach dem Tod des Paulus an eine ganz andere urchristliche Gemeinde geschrieben. Der pseudepigraphe Brief muss so formuliert sein, dass die realen Adressaten ihn auf sich beziehen, obwohl sie nicht als Adressaten genannt sind ... Die historisch-kritische Forschung zieht derzeit die Verfasserschaft des Paulus in den Pastoralbriefen, im Kol und Eph sowie im 2 Thess in Zweifel, ferner die Verfasserangaben in den katholischen Briefen. Umstritten ist insbesondere, ob pseudepigraphe Briefe als bewusste Fälschungen zu betrachten sind oder ob uns in ihnen eine Fortschreibung und Aktualisierung bestimmter Glaubenstraditionen begegnet, so dass sie ohne Täuschungsabsicht verfasst wurden. Für die umstrittene Einstufung insbesondere des 2 Thess als Pseudepigraph ist die Frage von Bedeutung, ob die urchristlichen Verfasser Kopien ihrer Briefe aufhoben und als Vorlage für weitere Schreiben benutzten." Hanna Roose: Brief / Briefformular (NT), 6. Pseudepigraph(isch)e Briefe, 2009 www.bibelwissenschaft.de/stichwort/50017/
7) Luzia Sutter Rehmann: Die paulinischen Briefe in der feministischen Exegese – ein Überblick, lectio difficilior 1/2001, www.lectio.unibe.ch/01_1/pa.htm
8) Luzia Sutter Rehmann, ebd.
9) Es lohnt sich, den ganzen Text zu lesen:
www.unwortdesjahres.net/fileadmin/unwort/download/pressemitteilung_unwort2011_01.pdf
10) Carsten Jochum Bortfeld, Katja Jochum:Lasset eure Weiber schweigen. Zu den Geschlechterverhältnissen in neutestamentlichen Briefen, in: ahzw 1/2014, S. 18

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